Die Oder ist die Lebensader der Stadt. Schon seit jeher war die Oder und vor allem der Fischfang Lebensgrundlage für die Bewohner. Theodor Fontane berichtete über einen beispiellosen Fischreichtum in alten Zeiten, wo man Hechte einfach mit Käschern oder mit bloßen Händen fangen konnte. Es ist aber nicht mehr die Oder, die durch Oderberg fließt, sondern ein altes Teilstück, die Alte Oder, mit einer geringen Strömung. Die neue Oder, die sogenannte Stromoder, fließt jetzt 8 km an Oderberg vorbei und bildet die Grenze zu Polen.
Mitte des 18. Jahrhunderts ließ der Preußenkönig Friedrich II. zwischen Hohenwutzen und Güstebiese ein 20 km langes neues Bett für die Oder ausheben. Das Oderbruch wurde trockengelegt und 300 Quadratkilometer Acker- und Weideland gewonnen.
Ein Netz von Entwässerungsgräben und Pumpstationen, den sogenannten Schöpfwerken, muss noch heute im gesamten Oderbruch dafür sorgen, dass das Land trocken bleibt. In Hohensaaten trifft die Alte Oder auf die neue Oder.
Eine Wehr- und Schleusenanlage ermöglicht hier den Schiffsverkehr trotz unterschiedlicher Wasserpegel. Das Stück der Alten Oder bis Oderberg ist gleichzeitig Teil des Oder-Havel-Kanals, der heute Berlin mit der Oder verbindet. Mit dem Finowkanal wurde schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts eine Verbindung zwischen der Oder und der Havel bei Berlin geschaffen. Der Höhenunterschied von 39 Metern wurde mit 19 Schleusen bewältigt. Der Finowkanal ist eine der ältesten künstlichen Wasserstraßen Deutschlands.
Da dieser Kanal für den ansteigenden Schiffsverkehr bald zu klein wurde, begann man 1905 mit dem Bau eines neuen und größeren Kanals, dem Oder-Havel-Kanal mit nur wenigen Schleusen. Man entschloss sich damals, den größten Höhenunterschied von 36m bei Niederfinow mit Hilfe eines Schiffshebewerkes zu überwinden.
Übernommen von oderberg.info/oder.php · Textstand 29.1.2020