Archivmeldung vom 28. Juni 2009 – die Angaben sind möglicherweise nicht mehr aktuell.
Ein anderer Referent, Herr Keweloh aus Bremerhaven, berichtete ausführlich und eindrucksvoll von der Geschichte der Flößerei auf der Oder. Durch die Entwicklung der Wirtschaft im Berliner Raum war der Holzbedarf im 19. Jahrhundert enorm angestiegen, so dass die Oderregion bald abgeholzt war und Hölzer aus dem Süden, aus dem ehemaligen österreichischen Schlesien importiert werden mussten. Die Wasserstraßen waren dafür ein idealer Transportweg. Nach 1918 änderte sich die politische Situation und Hölzer wurden von da ab aus dem skandinavischen Raum vom Norden importiert.
Herr Dr. Denk aus Bad Freienwalde referierte zum Thema Odergott. Dieser trägt den Namen Viadrinus und ist noch weithin unbekannt. Erstmalig nahm auch Viadrinus und nicht Neptun beim Oderberger Fischerfest 2009 die Taufe vor.
Weitere Referenten sprachen über die Geschichte der Oderschiffahrt (Herr Dr. Spiegelberg, s. Bild), die Entwicklung der Oderwerft in Eisenhüttenstadt (Herr Wosch) und die polnische Schiffsflotte nach 1945 (Herr Prof. Dr. Michalski aus Szczecin). Programmpunkt des zweiten Tages war die Exkursion zur Bausstelle des neuen Schiffshebewerkes, wo sich die Teilnehmer unter fachkundiger Führung durch Herrn Winter vom Wasserstraßenneubauamt über den geplanten Neubau informierten. Interessant ist, dass der Neubau exakt auf demselben Prinzip beruht, wie das alte Hebewerk, das dieses Jahr sein 75-jähriges Bestehen feiert. Nur der Trog wird doppelt so schwer sein und von 4 Motoren angetrieben. Diese werden eine Leistung von 1600 kW haben, 800 kW mehr, als eigentlich gebraucht werden.

Gegenwärtig ist man gerade dabei eine 14m tiefe Baugrube auszuheben, wozu eigens für 14 Tage der Grundwasserspiegel abgesenkt wurde. Danach werden 1023 ca. 16m lange Pfähle als Auftriebssicherung für die künftige Bodenplatte in die Erde getrieben. Die Bodenplatte selbst wird dann unter Wasser aus Beton gegossen. Herr Winter wies darauf hin, dass hier nicht ein Bauwerk entsteht, sondern eine hochklomplexe Maschine. Die beste Aussicht auf die Baustelle hat man vom alten Schiffshebewerk.