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Oderbergan der Alten Oder

650 Jahre Bärenkasten

Archivmeldung vom 5. September 2005 – die Angaben sind möglicherweise nicht mehr aktuell.


Es war die Generalprobe für das Festjahr 2006 und es war eine Premiere. Erstmalig wurde Geschichte in Oderberg lebendig. Am 2. September versammelten sich 200 Menschen, zum Teil in historischen Kostümen gekleidet, in der Burgruine Bärenkasten am Sportplatz, um ihr 650-jähriges Jubiläum zu feiern.

Es herrschte eine ganz besondere Stimmung, die durch die beleuchteten Ruinen noch verstärkt wurde. Erstmalig, vermutlich nach jahrhundertelangem Verfall, wurde hier wieder gefeiert. Es floß feiner Wein und frisches Bier. Hungrige konnten sich an einem leckeren Schwein und frischem Brot laben.

Der Organisator des ganzen Spektakels, Frank Buck, hielt die Eröffnungsrede, und vermerkte schelmisch: "Wenn die Stadt eh pleite ist, können wir auch schon ein Jahr früher mir dem Feiern anfangen".         Auch Kreisdenkmalschützer Roland Gabsch war anwesend und begrüßte im Vorfeld die Veranstaltung.

Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister Dr. Klaus Schulenburg erläuterte Ortschronist Horst Fleischer die wechselvolle Geschichte des Bauwerkes, das zwischen 1353 und 1355 errichtet wurde. Damals stand diese Festung noch auf einer hochwassersicheren Insel zwischen der Oder und seinen Nebenarmen und  diente der Sicherung der Handelsstraßen und der Zolleinnahme. Tatsächlich soll man hier zu Jagdzwecken Braunbären gehalten haben. Daher der Name: Bärenkasten. Im 30-jährigen Krieg belagerten die Schweden zweimal die Festung. Zuletzt, im Juli 1639, beschossen sie die Festung von der Bastei (am Albrechtsberg) aus und verwüsteten die Stadt. Die Festung hielt stand und konnte nicht eingenommen werden. Ab 1730 wurde die Festung immer mehr abgerissen und das brauchbare Baumaterial anderweitig verwendet.
Als der Schützenverein Oderberg die Festung beschoss und Kanonendonner von der Festung antwortete, fühlten sich die Besucher in diese Zeit zurückversetzt.
Etwas ausgelassener ging es dann beim Puppenspiel für jung und alt zu. Das "Wandernde Puppentheater LAMPION" konnte alle fesseln und das Publikum zum lachen bringen. Auch die anschließende Bauchtänzerin Chandra zog alle auf eine exotische Weise in ihren Bann. Stimmungsvolles Fackellicht sorgte für ausreichende Beleuchtung.
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Schließlich beeindruckte das Duo Pantolectric, ein pantomimisches Straßentheater, das Publikum mit ausgelassener Performance und einem fantastischem Schattenspiel an dem historischen Gemäuer.

Das Wetter war optimal für dieses Fest, das ein voller Erfolg war. Auch ohne Eintritt kamen bei Hutsammlungen einige Taler zusammen, die den Künstlern gespendet wurden.

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